Ihre Daten vom KI-Training ausschließen
Wer Rechnungen mit einer KI bearbeitet, gibt ihr Namen, Anschriften und Beträge von Geschäftspartnern. In den Tarifen für Privatnutzer können diese Daten in das Training künftiger Modelle einfließen, solange Sie das nicht abschalten. Dieser Ratgeber zeigt für ChatGPT, Claude, Gemini, Microsoft Copilot und Mistral, wo die Einstellung liegt und was sie nicht abdeckt.
Wann die Einstellung wichtig ist
Der Schalter betrifft die Tarife für Privatnutzer: ChatGPT Free, Go, Plus und Pro, Claude Free, Pro und Max, Gemini mit einem privaten Google-Konto, Microsoft Copilot mit einem Microsoft-Konto und Mistral Vibe. Wer in einem dieser Tarife Rechnungen bearbeitet, sollte das Training abschalten, bevor er die ersten Daten von Kunden eingibt.
Geschäftstarife und die Programmierschnittstellen (APIs) der Anbieter nutzen Ihre Daten dagegen ab Werk nicht für das Training. Die Übersicht dazu steht am Ende dieses Ratgebers.
ChatGPT
Im Browser öffnen Sie Ihr Kontomenü, wählen Einstellungen und dann Datenkontrollen. Dort schalten Sie Das Modell für alle verbessern aus und bestätigen mit Fertig. In der App für iOS und Android öffnen Sie die Seitenleiste, tippen auf Ihr Profilsymbol und finden den Schalter ebenfalls unter Datenkontrollen.
Danach verwendet OpenAI Ihre neuen Daten nicht mehr für das Training; sie bleiben aber in Ihrem Verlauf. Daten aus einem Temporären Chat werden nie für das Training verwendet; OpenAI bewahrt sie aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage auf.
Offizielle Hilfeseite: Datenkontrollen in ChatGPT
Claude
Klicken Sie unten links auf Ihren Namen, wählen Sie Einstellungen und dann Datenschutz. Unter Präferenzen steht der Schalter Help improve our AI models; Anthropic zeigt ihn auch in der deutschen Oberfläche mit diesem englischen Namen. Schalten Sie ihn aus. In der App finden Sie ihn auf demselben Weg.
Die Einstellung gilt für Claude Free, Pro und Max und für Claude Code mit einem dieser Konten. Ihre neuen Daten, auch die aus Programmiersitzungen, fließen danach nicht mehr in das Training ein. Daten aus Trainingsläufen, die schon begonnen haben, nimmt Anthropic nicht wieder heraus. Daten, die die Sicherheitsprüfung von Anthropic auffällig findet, können weiterhin für diese Prüfung verwendet werden.
Offizielle Hilfeseite: How do I change my model improvement privacy settings? (englisch)
Google Gemini
Öffnen Sie in Ihrem Google-Konto die Aktivitätsseite für Gemini unter myactivity.google.com/product/gemini und schalten Sie Aktivitäten speichern aus.
Ihre künftigen Daten erscheinen dann nicht mehr in Ihren Aktivitäten und werden nicht für das Training verwendet, es sei denn, Sie senden Google Feedback. Google speichert sie trotzdem 72 Stunden in Ihrem Konto, um zu antworten und Missbrauch zu erkennen. Ein Teil der Daten wird von geschulten Prüfern gelesen, auch von externen Dienstleistern. Solche Daten trennt Google vom Konto und bewahrt sie bis zu drei Jahre auf, auch wenn Sie Ihre Aktivitäten löschen.
Offizielle Hilfeseite: Google zu Gemini-Apps und Datenschutz
Microsoft Copilot
Auf copilot.com klicken Sie auf Ihr Profilsymbol, dann auf Ihren Profilnamen und auf Datenschutz. In der Copilot-App für Windows und macOS liegt die Einstellung unter Profilsymbol, Einstellungen und Datenschutz, in der mobilen App unter Menü, Profilsymbol und Kontodatenschutz.
Microsoft trennt Text und Sprache: Schalten Sie Schulungen zu Unterhaltungsaktivitäten (auf copilot.com Schulungen zu Konversationsaktivitäten) und Schulungen zu Sprachunterhaltungen aus. So heißen die Schalter in der deutschen Oberfläche. Die Einstellung wirkt für Ihre künftigen Daten und nur, wenn Sie angemeldet sind.
Offizielle Hilfeseite: Microsoft zu den Datenschutzeinstellungen in Copilot
Mistral Vibe (früher Le Chat)
Im Browser öffnen Sie die Verwaltung, wählen unter Manage den Eintrag Vibe und schalten unter Privacy den Schalter Allow your interactions to be used to train our models aus. In der App für iOS und Android finden Sie unter Settings, Account und Data & Account Controls das Kästchen Enable data sharing; entfernen Sie den Haken. Mistral nennt die Bezeichnungen auf Englisch.
Wer Mistral auch über die API nutzt, schaltet das dort getrennt ab: in der Verwaltung unter Privacy, Abschnitt Anonymous improvement data. Im Tarif Enterprise ist das Training ab Werk ausgeschaltet; im Tarif Team kann die Verwaltung es für die ganze Organisation abschalten.
Offizielle Hilfeseite: Can I opt out of my input or output data being used for training? (englisch)
Was der Schalter nicht abdeckt
Der Schalter regelt das Training, nicht die Speicherung. Die Anbieter bewahren Ihre Daten auch bei ausgeschaltetem Training eine Zeit lang auf, etwa um Missbrauch zu erkennen; die Fristen nennen ihre Hilfeseiten. Feedback, das Sie aktiv senden, zum Beispiel über den Daumen nach oben oder unten, darf Google auch bei ausgeschalteter Einstellung für das Training verwenden. Bei Anthropic gilt das in den Geschäftstarifen ebenso.
Außerdem gilt die Einstellung je Konto. Arbeiten mehrere Personen in Ihrem Unternehmen mit privaten KI-Konten, muss jede Person den Schalter selbst ausschalten.
Am sichersten: Geschäftstarif oder lokales Modell
In den Geschäftstarifen ist das Training ab Werk ausgeschlossen, ohne dass jemand einen Schalter umlegen muss:
- OpenAI: ChatGPT Business, Enterprise und Edu sowie die API (Geschäftsdaten bei OpenAI)
- Anthropic: Claude Team und Enterprise sowie die API, es sei denn, Sie melden sich ausdrücklich für das Training an oder senden Feedback (How do you use personal data in model training?, englisch)
- Microsoft: Copilot mit einem Arbeits- oder Schulkonto (Unternehmensdatenschutz in Microsoft Copilot)
- Google: Gemini in Google Workspace, solange Sie nichts anderes erlauben (Google zu generativer KI in Google Workspace)
- Mistral: Vibe Enterprise
Noch weiter geht ein Sprachmodell, das auf Ihrem eigenen Rechner oder im eigenen Unternehmen läuft, etwa mit Ollama. Dann verlassen die Daten Ihr Haus nur in dem Umfang, den Sie selbst freigeben. Für personenbezogene Daten empfiehlt XRIO diesen Weg auch in seinen AGB.
XRIO und Ihre Daten
XRIO setzt selbst keine KI ein und trainiert keine Modelle. XRIO erhält nur die Daten, die Ihre KI für einen Auftrag sendet, prüft oder erstellt damit die E-Rechnung und löscht erstellte Dateien nach sieben Tagen. Welche KI Sie mit XRIO verbinden und welche Daten Sie ihr anvertrauen, entscheiden Sie.